Sandwich-Schnüren bei den Subbies…

Der Hochstapler würde sagen: Ich bin Supervisor gleich zweier Filialen eines amerikanischen Franchising-Gastronomieriesens. Ein Tiefstabler würde sagen, ich bin ’ne Sandwichtussi. Ich sage, ich habe einen Job als Supervisor bei Subway, der gesunden Konkurrenz von McDonalds und Burger King gefunden. Wie finde ich das? Also…

… (wer jetzt nach dem Also ein Fortführen des Satzes erwartet, hat sich geschnitten ;-) )

Subway ist rechtlich gesehen eine Fast-Food Kette. Innerhalb von 90 Sekunden sollte ein Kunde sein gewünschtes Mahl bekommen und bezahlt haben. Doch etwas unterscheidet Subway von all den anderen Franchising- Kings wie McDonalds und Burger King – der entscheidende Grund, warum ich diesen Job angenommen habe:
Hier dreht sich alles um gesundes Essen. Wir machen Sandwiches, Wraps und Salate, bestückt mit Hühnchen und Putenbrust – das wohl Ungesündeste im grün-gelben Shop ist die angebotene Coca Cola im Getränkeautomaten.
Bis zu vier Mädels in schwarzer Kluft und Basecap wuseln hinter der langen Salatbar herum und bestücken „Footlongs“ und „six-inches“ mit 10 verschiedenen Gemüsen und Salaten.

Wer mit dem Gedanken „Ich möchte bitte ein Sandwich“ in ein Subway Store geht, wird bereits bei Auswahl des richtigen Brotes aus fünf Sorten überfordert sein. Ca. 20 verschiedene Kombinationen von Schinken und leichten Fleisch bis hin zu Bouletten können aufs Meterbrot wachsen, gefolgt von genannten 10 frischen Gemüsebeilagen und 11 verschiedenen Saucen und Dips. Und wenn diese Auswahl nicht reicht, kann man jedes „Sub“ auch ein einen Wrap oder einfachen Salat verwandeln.
Dies mag alles ziemlich perfekt klingen, aber auch hinter dieser Ladenkette steckt Systemgastronomie. Alle Shops weltweit führen die gleichen Gerichte und backen ihr Brot mit denselben tief gefrorenen und vorgerollten Brotteigen. Das Wegwerfen eines jeden Broten und einer Tomate müsste (theoretisch) im Computer festgehalten und die Menge der gebackenen Kekse gezählt werden. Doch glücklicherweise stehen – zumindest wo ich arbeite – lockere Menschen dahinter, die versuchen, ihren „Nicht-gerade-Traumjob“ zu genießen. Über die Hälfte der Angestellten sind keine, die keinen anderen Job bekommen haben, sondern einfache Studenten die sich etwas dazu verdienen.
Und ich war ich also bis gestern Supervisor. Wäre ich dies nicht, hätte ich den Job gar nicht erst angefangen. Doch was bedeutet das Supervisor Dasein bei Subway? Mehr Arbeit.
Wir machen nicht nur Sandwiches wie jeder andere Arbeiter auch, sondern müssen dazu auch noch alles auf Papier festhalten was so passiert. Mit Geld „herum wurschteln“, Buchungen machen, Lieferungen bestellen und annehmen steht da im Anti-Langeweile Angebot auf der Karte.

Seit gestern habe ich meinen Job nun endlich beendet und freue mich auf 3 Wochen Ferien mit Andreas. Es geht zum Ayers Rock, dann nach Cairns und die ganze Ostküste runter nach Sydney, bis ich wieder „Hallo Deutschland“ sage. Ich wird mich schon bald melden!

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