Erstens kommt es anders…

…und zweitens als man denkt. Und drittens… keine Ahnung. Ich spreche von meiner vermeintlichen Wohnung, in die ich ein-aus-gezogen bin. Aber beginnen wir ganz von vorn…


Da habe ich noch vor 14 Tagen von einer neuen Wohnung mitten auf der Mainstreet (Stadtzentrum) geschrieben, die ich schon bald beziehen werde und auch bezogen habe, und schon konnte ich wieder gehen.
Wenige Tage nach meinem Blogeintrag habe ich meine Sachen gepackt, die von ehemals einer Rucksackgröße nun schon zu fünf Kartons angeschwollen sind, und bin in mein neues Heim gezogen. Kurzeindruck: Es stank, was war ekelhaft verdreckt, ein Idiot hatte während des Sandsturmes die Fenster aufgelassen und nicht danach sauber gemacht, und in der Dusche befanden sich undefinierbare schwarze Gestalten auf dem Fußboden. (Schimmel? Moder? Kleingetier?)
Bevor ich auch nur einen ungewaschenen Fuß in diese Wohnung setzte, hieß es erst mal Saubermachen. Meine Mutter sagte zwar immer, dass ich ein ganz schreckliches Hausschwein bin (nicht, Mutti? Aber das sind wir ja alle…) aber bei solch einem Anblick kommt selbst den Kellerasseln das Frühstück hoch.
Nach stolzen zwölfeinhalb Stunden reinem Saubermachen, schrubben, wischen , einsprühen, absaugen und desinfizieren war tatsächlich der Großteil kalten Zigarettenrauches verschwunden und ein leichter (Oust-) Morgenbrise-Blumenduft in meine ersten eigenen Hallen eingezogen. Die komischen schwarzen Dinger in der Dusche waren verschwunden und der Abfluss stank nicht mehr, und das Braun in der Toilette ließ sich tatsächlich entfernen (hehe, das reicht jetzt aber…).
Nachdem ich den alten Matratzen ein gutes Anti-Kriechtier-und-Keim Bad gegeben hatte, explodierten dann endlich meine fünf Kartons und verstreuten ihren Inhalt säuberlich in Schränken, Regalen und auf Kleiderhaken. Nach einigen weiteren $10 Scheinen im Second Hand Shop gabs für mich sogar eine hübsche Holzschüssel für Obst auf dem Esstisch, eine Karaffe für Wasser und fünf orange Gläser für Teelicher. Dann wurde noch ein kostenloser Victoria-Kalender mit Naturbildern zerschnippelt und die Bilder auf die kahlen Wände verstreut.
Ich fühlte mich so richtig wohl. Ich habe so richtig was aus meiner kleinen Zweiraumwohnung gemacht und wollte am liebsten die ganze Welt auf einen Tee und ein paar Kekse einladen.
Das Glück dauerte aber nur 6 Tage. Denn dann kam der Inhaber der Wohnung wieder und eröffnete mir, dass der eigentliche Mietpreis das Dreifache beträgt und er die leider auch einnehmen muss, da die Wohnung nicht ihm allein gehört. Schade, zu früh gefreut. Geschlagene 3 Tage hatte ich Zeit, um einen Mitbewohner zu finden, mit dem ich die höhere Miete teilen kann. Doch leider ist für Backpacker in Griffith derzeit keine gute Zeit. Nicht viel Arbeit und das kalte Wetter leisteten ganze Arbeit. Und so verstrichen die drei Tage wie im Fluge und ich musste raus, weil ich die hohe Miete nicht zahlen kann.
Zum Glück hatte ich schon immer den Rückhalt von Sid, der mich trotz privater Schwierigkeiten aufgenommen hat und bei dem ich nun wohne.

Ich traue meiner Wohnung nach, die übrigens (genau wie mein Auto) eine „sie“ und sehr sensibel in Stil und Sauberkeit war.
Derzeit gleicht mein Leben also aus dem einer zivilisierten/ausgewachsenen Frau (–> Sabine = Oxymoron), die angeblich mitten im Leben steht. Abgesehen vom nicht vorhandenen Ehemann lebe ich jetzt also im eigenen großen Haus, vier Hunde im Garten, die gefüttert und rasiert werden müssen, Berge von Wäsche und einen 9 Stunden Job. Job? Ja. Vor vier Wochen hab ich wie angekündigt mal wieder Arbeit beschafft. Aber davon erzähle ich in einem anderen Beitrag…

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