Ich dachte, ich habe es endlich hinter mir gelassen, das verfluchte Gras mit den bunten Blättern dran (Blumen). Doch nein, jetzt verschafft es mir sogar einen Job!
…
Nachdem es die letzten Tage satt geregnet hat und Farmer, Gärtnereien und Hobbyfloristen aufatmen, bedeutete dies auch für mich eine Verbesserung der Joblage. Da der Laborjob in der Winzerei erst im Januar beginnt, brauche ich zwischen heute und meinem Tasmanienurlaub im Dezember, (der hiermit angekündigt sein soll) noch eine Beschäftigung. Da heute schönes Wetter war und ich gut geschlafen hatte, habe ich beschlossen, Kerries Bekannten, der eine Schwester hat, die wiederum jemanden kennt, der einen Bekannten hat, der eine Gärtnerei hat, ähm… anzurufen.
Nach dem fehlgeschlagenen Versuch, diesem … Bekannten .. zu erklären, über welche Kontakte ich seine Telefonnummer herausgefunden habe, kamen wir sehr schnell auf den Punkt namens „do you have a job form me?“. Natürlich hatte er. ![]()
Nach den etwas enttäuschenden zwei Wochen der Jobsuche ging dies nach nur ein paar Regentropfen nun so schnell!
… nach zwei Wochen Arbeit:
Ach du Schande, das hatte ich mir etwas anders vorgestellt!
Die Erfahrungen, die ich in Deutschland von einer Gärtnerei gemacht habe – ein bisschen Blümchen pflegen – werden hier total umgekrempelt. Mein Arbeitslatz ähnelt eher eine Baumschule. Hier werden nämlich gerade kleine Pfirsichbäume aufgezogen. Und Gärtnerei heißt hier nicht Gewächshäuser und hübsche Beete, sondern freies Feld!
So lernte ich hier knallharte Feldarbeit kennen. Wir müssen 9 Stunden hocken und die Seitentriebe von 30 cm hohen Pflanzen entfernen, was für Rücken und Knie unverzeihlich ist. Deshalb sitzen wir meistens und sielen uns mit unseren Hintern im Schlamm oder auf der staubigen Erde. Da ich nicht aus Zucker bin, hab ich mich ziemlich schnell daran gewöhnt, doch diese Woche setzte das Wetter noch eines drauf.
Der Sommer hat nun endgültig angefangen und beschert uns auf dem Feld Temperaturen zwischen 40 und 50 Grad Celsius!
Die Hitze ist einfach unglaublich. Die Strahlung der Sonne auf der Haut ist unrealistisch schmerzhaft, die gesamte Erfahrung solcher Temperaturen irgendwie unwirklich. Der Boden ist so heiß, dass man sich nicht mehr setzen kann und dicke Sohlen an den Füßen braucht, um die Wärme abzuhalten. Ich habe einen Brandfleck am Bauch, weil die Sonne für wenige Minuten auf meinen metallenen Hosenknopf schien und ihn zur Herdplatte machte. Ein in Wasser eingetauchtes T-Shirt wird innerhalb von 15 Minuten wieder trocken und dabei trotz der Verdunstungskälte so heiß, dass es keinerlei Erfrischung bringt. Trotz langer Kleidung als Schutz vor der Sonne und vielen Litern Wasser während der Arbeit hatte ich bereits zweimal Kreislaufprobleme. Derzeit überlege ich mir noch, ob ich diesen Job wirklich bis Mitte Dezember durchführen kann. Die Bezahlung ist extraklasse und die höchste, die ich jemals hatte. Doch mein körperliches Wohlbefinden werde ich nicht dafür aufs Spiel setzen. Diesen Freitag habe ich Blau gemacht – am Montag werden noch höhere Temperaturen erwartet. Wir werden sehen…
PS: Bilder wird es von dort leider keine geben, da ich um das Wohlergehen meiner Kamera bei solchen Temperaturen und dem Staub besorgt bin.