Two Cents of Life: „Hab ich’s nicht gesagt?“

life.jpgAuf dem Hallenboden vor der Orangensortiermaschine befindet sich ein Loch, in das überschüssiges Wasser fließt und abgepumpt wird. Vor wenigen Tagen war diese Pumpe allerdings kaputt und es bildete sich in der Senke vor der Maschine ein kleiner, rotbrauner See, der noch ganz speziell werden sollte.

 (Nebeninformation: Wasser in Australien ist, sobald es mit der Natur in Verbindung kommt, immer rotbraun).
Die Administratorin Tely, die die Systeme der Maschine überwacht, war so genial und entfernte deshalb das Gitter vom Loch (unglaublich sinnvoll, nicht wahr?). Obwohl die braune Brühe nur 5 cm tief war, versteckte sie das Loch wunderbar und machte so das Waten durch die Senke zum Abenteuerspiel.
Ich – als Deutsche Ordnungssüchtige – machte Tely darauf aufmerksam, dass es sehr gefährlich sei, dieses Loch ohne Kennzeichnung offen zu lassen. Es könnte jemand hinein fallen. Sie lachte daraufhin herzlich und behauptete, dass doch jeder weiß, dass da ein Loch ist. In Deutschland wäre so etwas vielleicht notwendig, aber hier verlasse man sich immer noch auf seinen Verstand.
Ich nickte nur und ging auf die Toilette. Als ich fünf Minuten später zur Dienstablöse wiederkam, war bereits der Erste hineingefallen. Chris, der Systemadministrator, der ausgerechtet unser Genie Tely von ihrem Posten ablösen sollte und die Maschine wie seine Westentasche kannte, hatte einen ordentlichen Tauchkurs gemacht und stand wie ein begossener Pudel in Socken da. Das Loch hatte ihn zwar wieder freigegeben, seine Schuhe aber nicht. Auch unser Boss Jonathan war mit von der Partie. Und was machte er? Er hielt sich den Bauch vor lachen, bevor er genug Luft holen konnte, um den armen Chris nach Hause zu schicken. Und die Moral von der Geschicht: 1. Reimen braucht man nicht. Und 2., vertraue niemals auf den Verstand eines Australiers.

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