Vor einer knappen Woche habe ich meinen ersten Aborigine getroffen. Er saß allerdings weder trinkend in einer Hausecke noch Gras rauchend vor einem Lagerfeuer: Nein, es war eine sonderbar gekleidete, steinalte Frau, die versuchte, bei Elders Orangen zu packen. …Das Schicksal (Boss Jonathan) muss uns wohl zusammengeführt haben, denn als wir gerade einmal 2 Minuten nebeneinander standen und Orangen in mittelgroße Kisten für Amerika packten, sprach sie mich in gebrochenem Englisch an und erzählte mir, dass ihr Sohn 6 Fuß hoch sei. „Ahja“ dachte ich mir und fragte nach, ob sie mir seine Höhe denn auch in Metern sagen könne, weil ich mir unter 6 Fuß gerade nichts vorstellen kann. „Natürlich!“, sagte sie euphorisch, „6 Meter“! „Ahja“ dachte ich mir erneut, und versuchte ihr zu erklären, das ihr Sohn dann so hoch wie das Haupttor unserer Scheune sein müsse. „Jaah, jaaah! Er ist so hoch wie das Scheunentor!“ bestätigte sie mir wild gestikulierend. Damit war eine hoch qualifizierte Gesprächsgrundlage geschaffen und ich genoss meinen ersten Smalltalk mit einem Ureinwohner Australiens. Ich bin nun um einiges schlauer. Die Aborigines sind nicht nur so groß wie ein handelsüblicher Doppelstockbus, sondern ernähren sich auch anscheinend nicht vom Inhalt einer Bierflasche, sondern von deren Verpackungen. Mahlzeit!