„…for the hard earned thirst“(für den hart verdienten Durst)

feuermini.jpgMein dritter Sonntag in Australien zeigte mir das Leben, von dem ich – schon auf deutschem Boden – von Australien geträumt hatte. …Die ganze Woche haben wir hart gearbeitet und unverhofft am Sonntag durch Orangenmangel freibekommen. Kurzerhand fassten wir den Entschluss, am Abend Barbecue zu machen.
Laut quasselnd ging es runter in die Stadt, um Fleisch, Brot, Salat und einige Liter Bier zu kaufen. Die Sonne neigte sich bereits dem Horizont, als sich die Jungs um Lagerfeuer und Grill kümmerten und wir Mädels gemeinsam den Salat vorbereiteten. Als alles fertig war, wurden warme Sachen und Hüte geholt, weil die Nächte hier im Winter ziemlich kalt werden. Die Stimmung war wunderbar locker und dennoch sinnlich, die vielen Liter Bier machten niemanden etwas aus, weil das australische Bier viel leichter ist und weniger Alkohol hat als europäische Biere. So habe ich nach drei Bieren (mehr als je zuvor) nicht die Bohne gespürt.

Währenddem wir alle um das Lagerfeuer saßen und uns die Gesichter wärmten, witzelten und erzählten wir alle gemeinsam über die Arbeit, über unsere Zukunftsträume und Pläne für Australien. Es war egal woher wir kamen, wie gut wir Englisch sprachen oder wo wir unsere Ziele steckten. Wir alle waren hier – gemeinsam unter einem Mond, gewärmt vom gleichen Feuer. Als der Abend fortschritt und das Lachen immer leiser wurde, begann unsere Italienerin Grace, auf ihrer Gitarre zu spielen. Einige sangen bekannte Passagen mit, wiederum andere hörten besonnen den Klängen von Gitarre, Mundharmonika und Stimmen zu und beobachteten die züngelnden Flammen des Feuers.
Als die Lagerfeuerkartoffeln dann fertig waren und uns allen beim Essen verkohlte Gesichter schenkten, wurde noch einmal herzlich gelacht, was unsere Irin Norma noch unterstützte, nachdem sie ihre Gummischuhsohlen an den heißen Steinen des Feuers ungewollt zum Schmelzen brachte. Schließlich klang der Abend aus und wir gingen noch vor ein Uhr nachts zufrieden ins Bett, weil das Feuer niedergebrannt war und einige von uns am nächsten Tag schon zur Frühschicht arbeiten mussten.

Dies war die erste Nacht, in der ich ruhig durchgeschlafen habe.

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